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Urteil der Schwurgerichtskammer im "Raser-Fall" nach Revisionsrücknahme rechtskräftig

Urteil der Schwurgerichtskammer im "Raser-Fall" nach Revisionsrücknahme rechtskräftig


Urteil der Schwurgerichtskammer im „Raser Fall“ nach Revisionsrücknahme rechtskräftig

Das Urteil der Schwurgerichtskammer des Landgerichts vom 10.03.2020, Aktenzeichen

9 Ks 11/19, im sogenannten „Raser-Fall“ ist nach Rücknahme der durch den Angeklagten ursprünglich eingelegten Revision nunmehr rechtskräftig geworden.

Nach fünf Verhandlungstagen hatte die Kammer nach dem tödlichen Unfall am 20.08.2019 auf der Salzdahlumer Straße in Braunschweig (zu den Einzelheiten der Tat s. Pressevorschau Februar 2020) den 37-jährigen Angeklagten wegen verbotenen Kraftfahrzeugrennens mit Todesfolge nach § 315 d I Nr. 3, Abs. 5 StGB, wegen fahrlässiger Körperverletzung sowie wegen unerlaubten Besitzes von Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge und unerlaubten Besitzes von Doping-mitteln zu einer Freiheitsstrafe von 7 Jahren verurteilt und zugleich eine Sperre für die Fahrerlaubnis von 5 Jahren angeordnet.

Damit war die Kammer etwas über den Antrag der Staatsanwaltschaft (6 Jahre und 11 Monate Freiheitsstrafe) hinausgegangen, aber deutlich unter der von der Neben-klage beantragten lebenslangen Freiheitsstrafe wegen Mordes geblieben. Die Verteidigung hatte eine Freiheitsstrafe von 4 Jahren und 6 Monaten beantragt.

In Rahmen dieses Strafverfahrens hatte sich die Kammer insbesondere mit der rechtlich höchst umstrittenen und viel diskutierten Frage auseinanderzusetzen, ob es sich um eine vorsätzliche Tötung im Straßenverkehr durch überhöhte Geschwindigkeit handelt und die Mordmerkmale Heimtücke oder zur Verdeckung einer Straftat erfüllt sind. Ebenso wie die Staatsanwaltschaft und die Verteidigung hat die Kammer einen Tötungsvorsatz und das Vorliegen der Mordmerkmale verneint.

Kontakt:

Richterin am Landgericht

Maike Block-Cavallaro

Pressesprecherin

Landgericht Braunschweig

Münzstraße 17

38100 Braunschweig

Tel.: 0531 488-2374 bzw. 0178 3407304

Fax: 0531 488-2549

E-Mail: lgbs-pressestelle@justiz.niedersachsen.de



Artikel-Informationen

22.04.2020

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